Dienstag, 4. Juni 2013

Beschlagnahmte Foxterrier...

... sitzen im Tierheim Recklinghausen und werden nun endlich an Interessenten vermittelt. Die Geschichte dieser armen Föxe begann schon im Dezember als der Amtsveterinär die Tiere aufgrund der magelnden Versorgung und schlechten Haltung bei einem DFV/VDH Züchter beschlagnahmte. 46 Tiere wurden mitgenommen und im Tierheim Recklinghausen untergebracht. Ich ziehe den Hut vor den Mitarbeitern des Tierheims, denn eine solche Menge Foxterrier -mit den durch die Haltung entstandenen Schwierigkeiten- aufzunehmen und zu versorgen ist für jedes Tierheim eine irre Belastung.
Es gibt mittlerweile ein Hunde - Haltungsverbot für den Züchter und die Foxterrier sind zur Vermittlung freigegeben.

Ein zweiter, ähnlicher Fall derzeit in Frankreich. Ein ebenso alteingesessener Züchter der ebenfalls in einem der FCI unterstellten Verein züchtete. Unmengen vernachlässigter und halb verhungerter Foxterrier, die zum Teil sorfort einschläfert wurden und der Rest meistbietend verkauft, bzw. dem Tierschutz übergeben wurde.

Ein paar Jahre liegt ein dritter Fall zurück. Es ist der Fall der holländischen Zucht aus der Mozart stammt. Dort habe ich mit eigenen Augen gesehen und eigener Nase gerochen wie schrecklich so eine Haltung ist. Türmeweise gestapelte dreckige Boxen mit Hunden drin. Kleine Ausläufe mit dicken 'Kot-Urin-Einstreu-Haar' Bodendelägen. Kranke und verwahrloste Hunde wo man hinschaute. 120 Hunde wurden aus einer Zwingeranlage, die für 40 Hunde genehmigt war, beschlagnahmt. Viele gleich eingeschläfert, der Rest in Tierasyle verteilt.

Mozart hat es geschafft, er führt heute ein schönes Leben. Aber die Folgen der Haltung sind geblieben: Zwanghaftes Kreislaufen und drehen. Ein Automatismus, der ihn in der schlechten, beengten Haltung vor der Aggression bewahrt hat. Heute noch fällt er immer wieder in dieses Manegeverhalten zurück, lässt sich aber mit einem einfachen Kommando schnell wieder in die Realität holen. Das war nicht immer so.

Nun zur eigentlichen Frage die ich mir stelle: Wie kann es dazu kommen? Ich meine zu solchen unhaltbaren Zuständen? So einer Masse an Hunden, der man gar nicht mehr gerecht werden kann? Sagt keiner aus dem Umfeld etwas (Familie/Freunde)? Oder bekommen die es gar nicht mit? Sind diese Züchter so isoliert?
Zwangsläufig scheint mit dem verwarlosen einer Zucht und der Überhandnahme von Hunden immer der Niedergang eines Menschen zusammenzuhängen und damit meine ich nicht erst wenn die Hunde beschlagnahmt werden. Dieser Prozess muss schon lange vorher eingesetzt haben.

Im Falle des deutschen Züchters regen sich alle über die mangelnde Kontrolle des Zuchtverbandes auf und das auch zurecht! Mit jeder Wurfabnahme soll der gesamte Hundebestand besichtigt werden. Das kann dort schon mal nicht passiert sein. Der höhere Welpenpreis, der für einen 'Hund mit Papieren' verlangt wird resultiert zwingend aus der angeblich besseren Zuchtkontrolle!

Ich sehe schon seit längerem, dass gerade bei Großzüchtern der Bezug zum Individuum nicht mehr da ist. Tiere als Sache. Auf großen Ausstellungen steht ein Züchter mit entsprechend hoher Hundezahl im Ring ums BOB (Rassebester) und muss erst mal schauen ob er Rüde oder Hündin an der Leine hat. Namen? Nee, die heißen alle "Foxi"...

Die Positivbeispiele gibt es aber auch. Großzüchter, die sich besonnen haben und nun nicht mehr zu den ganz großen gehören, die Hundezahl betreffend und nicht die Qualität. Weniger Hunde mehr Klasse und der Bezug zum Hund ist da, jeder Hund hat seinen Namen und kennt ihn auch!

Ich beobachte das nun schon seit geraumer Zeit, mache einfach mein 'Ding' mit der Zucht und ich werde sehen ob sich vielleicht durch die Beschlagnahme in Deutschland endlich etwas tut und ein Umdenken stattfindet. Ich bin eben Optimist...

Einer der Föxe aus Frankreich sucht übrigens ein endgültiges Zuhause. Zu S'Love Song de la Vetta gibt es unter der Verlinkung mehr Infos!

Kommentare:

  1. Liebe Sandra,
    ein Beitrag, der genau das wierdergibt, was uns schon lange Kopfschmerzen macht.
    Aber so lange es an der Verbandsspitze keine Änderung gibt, werden auch viele "treue" Mitglieder dem Besipiel der Verbandsoberen folgen. Ein Umdenken wird erst dann einsetzen, wenn wirklich Menschen mit anderen Interessen an der Spitze des Verbandes stehen. Und wie schwer es ist,da einen Wechsel herbeizuführen, wissen wir nicht erst seit gestern.
    Die gleichen Probleme gibt es aber mitnichten nur bei den Foxls - fast identische Probleme hat mir ein Schäfi-Züchter geschildert.

    Wir haben zur Zeit eine Hündin aus der Zucht von Herrn S. in Pflege, die er an eine junge, hunde-unerfahrene Frau verschenkt hat.
    Dieses Tier "Belinda v.d.s.B." zeigt ein Verhalten, dass durch jahrelange Fehlhaltung, lange Fahrten durch ganz Europa, hunderte Ausstellungen und 7 Würfe geprägt ist. Das Tier durfte nie Hund sein. Es wird schwer sein und viel Geduld brauchen, der Dame ein unbeschwertes Leben zu bereiten.

    Liebe Grüße aus Herford

    Uschi und Rainer Meier
    (leider nun ohne Toby)
    Hardenbergstr. 2
    32052 Herford

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    1. Hallo Rainer & Uschi,
      es ist schön von euch zu hören. :)

      Ich finde es toll, dass ihr Belinda einen schönen Lebensabend bereitet, das hat sie verdient!

      Die Zeit des Umdenkens wird hoffentlich kommen... es kann nicht ewig so weitergehen!

      LG Sandra

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  2. Ein sehr guter Bericht. Genauso sehen wir es auch und hoffen das sich doch noch etwas ändert.

    Mittlerweile weiß man ja wie es läuft, trotzdem bin ich immer wieder schockiert wenn etwas neues und meist noch schlimmeres an die Öffentlichkeit dringt :-(

    Ich hoffe für die Föxe im TH, sowie besonders auch für Belinda das sie noch ein schönse HUNDEleben führen können und nicht mehr für niedere Zwecke ausgenutzt werden.

    LG Wendy

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